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Zivilcourage

"Dreist!"

Theater im Bus.

"Dreist!" konfrontiert Jugendliche mit alltäglichen Gewaltsituationen. Wir greifen dabei auf die Methode des Forumtheaters zurück und zeigen Möglichkeiten auf, wie sich Menschen in Konfliktsituationen anders verhalten können.

Der Hintergrund

Jeder Benutzer und jede Benutzerin öffentlicher Verkehrsmittel in Deutschland hat Pöbeleien, Gewalt und Schlägereien erlebt. Doch viele fühlen sich mit der Bedrohung und Einschüchterung alleingelassen, die meisten schweigen darüber. Andere berichten, dass niemand es wagte, gegen die Provozierenden etwas zu sagen oder zu tun. "Welche Chancen habe ich gegen jemanden, der bereit ist, einen anderen zu nötigen oder mit aggressivem Verhalten zu konfrontieren?" Zivilcourage ist gefragt! Doch welchen Handlungsspielraum habe ich in einer bedrohlichen Situation? "Wie kann ich deeskalierend eingreifen, ohne mich selbst zu gefährden?" Hier setzt das Busprojekt "Dreist!" an.

Der Ablauf

"Dreist!" konfrontiert Jugendliche mit alltäglichen Gewaltsituationen. Wir greifen dabei auf die Methode des Forumtheaters zurück und zeigen Möglichkeiten auf, wie sich Menschen in Konfliktsituationen anders verhalten können. Manchmal braucht es nur wenig, um eine Situation zu deeskalieren. Zwei TheaterpädagogInnen spielen Szenen in einem Bus, die durch einen Musiker eingeläutet und beendet werden. So wird deutlich: "Wir machen hier Theater - mit euch!". Denn nach Beendigung des Spiels wird das Publikum aufgefordert mitzumachen, zu diskutieren, um gemeinsam Lösungsmöglichkeiten zu finden. Die Spielszenen werden wiederholt und alle SchülerInnen haben jetzt die Möglichkeit, spontan in das Geschehen einzugreifen, um verschiedene Handlungsalternativen auszuprobieren.

Unsere Ziele

Mit "Dreist!" möchten wir Zivilcourage unterstützen, indem wir gemeinsam Strategien zu Konfliktlösung entwickeln. Wir setzten dabei auf das Lernen und die Lösungsfindung in der Gruppe. "Andere Anwesende konkret ansprechen und zusammen handeln!" sind ein Mittel, um gemeinsam und ohne Selbstgefährdung auf Gewalt zu reagieren. Auch die Bedeutung passiver Zuschauer und anfeuernder Beteiligter wird aufgezeigt. Über das Spiel entsteht eine intensive Auseinandersetzung mit persönlichen und gesellschaftlichen Themen und schafft bei den Jugendlichen ein Bewusstsein für mehr Solidarität und größere Hilfsbereitschaft.

Das „Forumtheater“, entwickelt von dem brasilianischen Theatertheoretiker Augusto Boal, ist von zwei Grundsätzen geleitet: Die Zuschauenden sollen zu aktiv Handelnden werden. Und das Theater soll sich nicht nur mit der Vergangenheit beschäftigen, sondern ebenso mit der Zukunft und veränderte Handlungsmöglichkeiten aufzeigen.

Organisatorisches

Die SchülerInnen steigen ein - und los geht's mit dem Spiel! Was genau passiert, erleben sie dann direkt und unvorbereitet. Denn das Thema Zivilcourage sollte vorab nicht bekannt sein! Wir schaffen so eine - fast - reale Alltagssituation, wie an der Belmer Johannes-Vincke-Schule.

»Dass das Bustheaterstück „Dreist!“ sein Ziel erreichte, zeigte besonders die Reaktion von Justin (14 Jahre alt). Nachdem Schauspieler und Schüler die Pöbelszenen im Bus besprochen hatten, griff er bei der zweiten Vorführung beherzt und mit Bedacht in die Szene ein.«

NOZ, 23.07.2015

Das Projekt "Dreist!" kann direkt bei unserem Spielteam gebucht werden. Johanna Bethge und Markus Brockmeyer sind über dreist@tpw-osnabrueck.de zu erreichen. Telefonische Anfragen werden selbstverständlich gerne über die tpw-Nummer 0541 580 54 63-0 entgegengenommen.

Fakten

Busse sind nicht nur Fortbewegungsmittel, sondern auch Orte für alltägliche Kommunikation. Auch Gewalt und Pöbeleien kommen immer wieder vor. Wir holen Ihre Schüler*innen ab und thematisieren spielerisch ein mögliches Verhalten in Stresssituationen.

Zielgruppe

Das Programm richtet sich an Menschen ab der 7. Klasse.

Ablauf

Eine Durchführung dauert 45 Minuten (1 Unterrichtsstunde). Es können max. 35 Personen teilnehmen.

Organisatorisches - für Osnabrück

Wir kommen mit dem Bus! Daher brauchen wir eine freie Zufahrt zum Aufführungsort und eine entsprechend große Parkfläche. Bei Ihnen angekommen können die ZuschauerInnen einsteigen - und los geht das Spiel. Derzeit ist eine projektbezogene finanzielle Unterstützung durch den Präventionsrat Osnabrück möglich. Für nähere Infos diesbezüglich wenden Sie sich bitte an das Organisationsteam.

Organisatorisches - für Regionen außerhalb Osnabrücks

Für Durchführungen des Programms außerhalb Osnabrücks organisieren Sie den Bus. Selbstverständlich sind wir Ihnen dabei behilflich. Die die Anreise des Teams fallen zusätzlich 0,30 €/km Fahrtkosten an.

Konditionen

Für eine Durchführung werden 290 € in Rechnung gestellt. Eine dritte Aufführung am selben Tag/Ort kostet 247 €.

Die Konditionen gelten für Aufführungen innerhalb Deutschlands.

Buchung und Beratung

Wenn Sie Fragen haben, zögern Sie nicht, uns anzurufen oder uns eine E-Mail zu schreiben. Wir beraten Sie gerne. Oder buchen Sie direkt über unser Online-Formular.

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