Frei aufzuwachsen ist das Beste,
das einem Kind passieren kann.
A. S. Neill, Summerhill
Donnerstag, 19. Oktober 2017
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Meinungen

"Authentisch und physisch spürbar spielt Reinhard Gesse die innere Zerrissenheit eines pädophilen Mannes, der mit aller Kraft versucht, seine sexuellen Wünsche zu kontrollieren und der sich vor allem eines wünscht – nicht aufgrund seiner sexuellen Neigung abgelehnt zu werden. Seine Darstellung konfrontiert eindringlich und drastisch mit unserer gesellschaftlichen Verantwortung, niemanden aufgrund seiner sexuellen Ausrichtung zu verurteilen, sondern ausschließlich nach seinem Verhalten zu bewerten." Prof. Dr. Dr. Klaus M. Beier, Präventionsnetzwerk "Kein Täter werden"



"Das Programm hat mich emotional sehr berührt. Auf der vorherrschenden Ambivalenzskala von 'Niemand kann etwas für seine sexuelle Präferenz, aber jede/r ist für sein Handeln verantwortlich' bis zu 'Was sind das für Menschen, ich kann so etwas nicht verstehen' leistet das Stück einen wichtigen Beitrag für die öffentliche Diskussion."
Torsten Kettritz, Mobiles Informations- und Beratungszentrum Sexuelle Gewalt Dessau/Gernrode



"Sexualisierte Gewalt ist ein gesamtgesellschaftliches Problem mit vielen Facetten. Beeindruckend wie die tpw das Thema Pädophilie aufgreift und die Ambivalenz des Protagonisten auf die Bühne bringt. Als Zuschauer kann ich mich dieser hochemotionalen Berg- und Talfahrt kaum entziehen." Martin Helmer, Zartbitter Münster e.V.

(K)ein Anderer


Ein mutiger Monolog über eine sexuelle Neigung, die es nicht geben darf.
Thema: Pädophilie
Zielgruppe: Für Erwachsene und Bildungseinrichtungen

(K)ein Anderer ist als Auftragsproduktion für den Fachtag „Wegsperren – und zwar für immer?“ entstanden, der sich im April 2016 in Berlin mit den Möglichkeiten und Grenzen in der Arbeit mit sexuell auffälligen Menschen befasste.

Der Hintergrund


"Was sind das für Gefühle?"

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Wir fühlen, was wir fühlen. Und wir verlieben uns, ohne zu wissen, warum gerade er, warum ausgerechnet sie unser Herz hüpfen lässt. Was aber, wenn wir eine Liebe empfinden, die nicht tolerierbar ist und niemals gelebt werden darf? Menschen, die sich sexuell zu Kindern hingezogen fühlen, leben in diesem Dilemma. Ihre Neigung, die laut aktuellem Stand der Forschung ein Leben lang weitgehend stabil bleibt, entdecken diese in der Regel bereits im Jugendalter. Und vom ersten Gefühlserwachen sehen sie sich mit einem so starken gesellschaftlichen Tabu konfrontiert, dass es ihnen unmöglich erscheint, über ihre Bedürfnisse zu sprechen. Dabei ist ein offener Umgang mit diesen abgelehnten aber existenten Gefühlen der einzige Weg, um das zu erreichen, was sich Betroffene und Gesellschaft gleichermaßen wünschen: Kein Täter zu werden.

Mit (K)ein Anderer möchten wir das tabuisierte Thema Pädophilie mit Offenheit und Aufklärung angehen – ein weiterer Schritt, um sexueller Gewalt an Kindern präventiv entgegen zu wirken.

Die Handlung


"Ich möchte nicht mehr."


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(K)ein Anderer ist der eindrucksvolle Monolog eines Mannes, der sich sexuell zu Kindern hingezogen fühlt. Er ist sich seiner Neigung bewusst und will auf keinen Fall zum Täter sexueller Gewalt werden. Seine unterdrückten Gefühle zu Kindern rufen in ihm Scham, Angst, Verzweiflung und Ohnmacht hervor. Er ist erschöpft vom jahrelangen Kampf gegen sein Verlangen, vereinsamt und verbittert. Doch er wünscht sich, nicht ausgegrenzt zu werden. Zumal als Mensch, der noch nie jemandem weh getan hat. "Ich bin ich" und "Ich bin kein Teufel!" schreit er seinen Zuhörerinnen und Zuhörern entgegen und lässt sie tief in seine zerrissene Seele blicken. Auf der Bühne erleben wir einen Mann, der auf seinem schweren Weg professionelle Hilfe braucht und die Hoffnung verliert, sich jemals einem anderen Menschen anvertrauen zu dürfen.

Unsere Ziele


"Lasst mich nicht allein."


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Mit unserem Programm möchten wir der Tabuisierung Aufklärung und Offenheit entgegen setzen. Nicht jeder Pädophile begeht sexuellen Kindesmissbrauch und nicht jeder Täter sexueller Gewalt gegenüber Kindern ist pädophil. Niemand ist verantwortlich für seine sexuelle Neigung, aber jeder für sein Verhalten. Wir wollen zu einer gesellschaftlichen Atmosphäre beitragen, in der sich Betroffene die Hilfe suchen können, die sie brauchen. Denn wenn wir diese Menschen alleine lassen, überlassen wir sie sich selbst – und letztendlich unsereKindern.

Informationen zum Download


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